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Digitale Assets bei vermögenden Anlegern: Die Nachfrage ist der Beratung voraus
- Krypto Asset Management
- Strategie
6. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Von Dominik Schneeberger, Gründer & Managing Partner

Digitale Assets sind längst kein Nischenthema mehr für zukunftsorientierte Privatanleger. Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte werden zunehmend Bestandteil grösserer Privatvermögen – und damit Teil einer übergeordneten Frage nach Asset Allocation, Risikomanagement und Vermögensstrukturierung.
Wie weit diese Entwicklung fortgeschritten ist, zeigt eine aktuelle Umfrage, die der Krypto-Vermögensverwalter CoinShares beim französischen Beratungsunternehmen Vardaxoglou in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden 2'230 vermögende Anleger in sieben Ländern inklusive der Schweiz - darunter waren auch 305 Anleger aus Deutschland. Die Hälfte verfügte über mehr als eine Million US-Dollar investierbares Vermögen, die andere Hälfte über 500'000 bis 999'999 US-Dollar. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse hat das private banking magazin veröffentlicht.
Zur Einordnung: CoinShares bietet selbst Krypto-Anlageprodukte an. Die Zahlen sind daher als Indikator für eine Richtung zu lesen, nicht zwingend als neutrale Marktvermessung. Die Richtung ist allerdings sehr deutlich: Das Interesse vermögender Anleger an digitalen Assets ist vielfach höher als das Angebot ihrer traditionell ausgerichteten Berater - und genau darin liegt ein zentrales Defizit.
Krypto ist bereits Bestandteil vieler Vermögen
Laut der Studie halten 70 Prozent der befragten deutschen Anleger bereits digitale Vermögenswerte. Über alle sieben Märkte hinweg machen digitale Assets im Durchschnitt rund zehn Prozent des Portfolios aus.
Damit verschiebt sich die Fragestellung. Für viele Anleger geht es nicht mehr darum, ob digitale Assets ins Portfolio gehören, sondern wie sie sinnvoll in eine bestehende Vermögensstruktur integriert werden und welche Investmentstrategie am besten für den jeweiligen Anleger geeignet ist.
Bei grösseren Vermögen reicht die Betrachtung einzelner Coins dabei nicht aus. Entscheidend sind strategische Gewichtung, Risikobudget, Liquidität, Verwahrung, Gegenparteirisiken und die Korrelation mit traditionellen Anlageklassen. Aus einem einzelnen Investmentthema wird eine Frage der gesamten Portfolioarchitektur und des Risikoprofils.
Anleger und Berater bewegen sich unterschiedlich schnell
Besonders deutlich zeigt sich das in der Beziehung zum Berater: 37 Prozent der deutschen Befragten, die mit einem Vermögensverwalter zusammenarbeiten, finden, ihr Berater sei bei digitalen Assets zu vorsichtig. In der Schweiz sind es sogar 41 Prozent.
Gleichzeitig sagen 87 Prozent der deutschen Befragten, ihnen fehle das Wissen für wirklich sichere Anlageentscheidungen. 69 Prozent würden lieber mit einem Vermögensverwalter zusammenarbeiten, der über entsprechende Krypto-Kompetenz verfügt.
Von den deutschen Krypto-Anlegern investieren 40 Prozent bislang auf eigene Faust, wären professioneller Begleitung gegenüber aber offen. Der Beratungs- und Verwaltungsbedarf entsteht also nicht erst vor dem Einstieg, sondern gerade dort, wo bereits investiert worden ist.
Genau daraus ergibt sich eine strukturelle Lücke: hohe Investitionsbereitschaft auf Anlegerseite, aber häufig noch keine professionelle Infrastruktur und noch nicht genügend Expertise, um digitale Assets systematisch und erfolgreich im Gesamtvermögen abzubilden.
Entscheidend ist nicht der Zugang, sondern die Einordnung
Bitcoin zu kaufen ist heute technisch einfach. Die passende Krypto Investmentstrategie, die geeignete Risikokategorie und eine tragfähige technische Infrastruktur zu wählen, ist ein ganz anderes Thema. Die wichtigsten Fragen, die sich vermögende Privatanleger stellen sollten:
- •Wie gross sollte die Allokation im Verhältnis zum Gesamtvermögen sein?
- •Wie verändert die Krypto-Allokation das Risikoprofil und mögliche Drawdowns sowie die Volatilität des gesamten Portfolios?
- •Welche Investitionsstrategie eignet sich am besten? Aktiv oder passiv?
- •Welche Verlustobergrenze wird toleriert?
- •Welche potentiellen Risiken entstehen durch Börsen, Verwahrer und andere Gegenparteien?
- •In welchen Zeiträumen finden Rebalancings statt?
- •Welche Liquiditätsreserve ist sinnvoll?
- •Wie wird die Positionierung angepasst, wenn sich das Marktregime ändert?
- •Welche externen Experten oder Vermögensverwalter werden engagiert?
Einige dieser Fragen beantworten unsere Beiträge zu systematischem Risikomanagement für Krypto-Portfolios und zur Krypto Investmentstrategie – andere Fragestellungen wiederum sollten persönlich mit einem spezialisierten Berater betrachtet werden.
Die Studie zeigt auch, worauf Anleger bei der Wahl eines Krypto Beraters achten: 56 Prozent nennen den Zugang zu sicheren, regulierten Produkten, 53 Prozent eine eigene Erfolgsbilanz des Beraters mit digitalen Vermögenswerten.
Dieser Punkt deckt sich ebenfalls mit den Erfahrungswerten aus unserer täglichen Praxis. Unsere Mandanten schätzen die langjährige Markterfahrung (seit 2017), unseren internationalen Marktüberblick und die Transparenz in unseren Performance Reports.
Das Anforderungsprofil verschiebt sich damit: Theoretisches Wissen über Blockchain-Technologie genügt nicht. Gefragt ist die Verbindung aus kryptospezifischer Kapitalmarkterfahrung, Asset Allokation, Portfolioarchitektur, Risikomanagement und technischem sowie operativem Verständnis der zugrunde liegenden Infrastruktur.
Kein reines Generationenthema
Die Stichprobe der Studie ist vergleichsweise jung: Die Hälfte der Teilnehmer ist zwischen 40 und 49 Jahre alt, nur 7,5 Prozent sind älter als 60. Entsprechend höher ist die Krypto-Allokation bei Jüngeren: Befragte zwischen 18 und 44 Jahren halten im Schnitt 12 Prozent ihres Portfolios in digitalen Assets, Befragte ab 45 Jahren 8 Prozent.
In unserer eigenen Arbeit sehen wir jedoch, dass das Thema längst auch bei älteren Anlegern angekommen ist. Ein wesentlicher Teil unserer Mandanten sind Unternehmer und vermögende Privatkunden über 60. Bei Anlegern, die sich bereits für Krypto interessieren, sehen wir dabei einen klaren Unterschied: Jüngere bringen häufig mehr Praxisbezug mit und möchten ihre Krypto Assets eher selbst verwalten. Älteren Anlegern fehlt dagegen meistens der Zugang zu Krypto Assets und auch das technische Verständnis. Die Bereitschaft, Verwaltung und Verwahrung an einen professionellen Partner zu übergeben, ist daher in der Altersgruppe 60+ deutlich höher.
Das Anlageziel unterscheidet sich grösstenteils ebenso deutlich: Im Vordergrund älterer Investoren stehen weniger kurzfristige Kursbewegungen oder die Vervielfachung des eingesetzten Kapitals als eine möglichst breite Diversifikation, langfristige potentielle Überrenditen, kontrolliertes Risiko und eine professionelle Einbettung in das bestehende Vermögen.
Mit zunehmender Reife der Anlageklasse dürfte die Trennlinie allerdings weniger zwischen jungen und älteren Anlegern verlaufen – sondern viel mehr zwischen unstrukturierten und professionell geführten Allokationen.
Von der Krypto-Allokation zur Vermögensarchitektur
Digitale Assets sollten weder isoliert betrachtet noch automatisch zu hoch gewichtet werden. Ihre Rolle im Portfolio ergibt sich aus Zielen, Risikotragfähigkeit, Anlagehorizont und der bestehenden Vermögensstruktur.
Bei Digital Estate betrachten wir digitale Assets deshalb nicht als separates Produkt, sondern als Teil der übergeordneten Vermögensstrategie: mit strategischer Allokation, systematischem Risikomanagement, marktadaptiven Handelsstrategien, segregierter Verwaltung im Segregated Managed Account und einer sauberen Einordnung in bestehende Strukturen, ob beim Privatanleger oder im Family Office.
Die CoinShares-Studie bestätigt damit weniger einen kurzfristigen Trend als eine strukturelle Entwicklung: Vermögende Anleger haben digitale Assets vielfach bereits im Portfolio. Die professionelle Beratung und Verwaltung muss nun Schritt halten.
Das nächste Ziel bei digitalen Assets ist nicht mehr die Adoption, sondern die risikoadjustierte Integration in eine bestehende Vermögensarchitektur.
Sie halten bereits digitale Assets oder planen eine Allokation? In einem persönlichen Erstgespräch ordnen wir gerne Ihre Situation gemeinsam ein und finden die beste Lösung für Sie.



